BAJ GANJOS REISE NACH EUROPA.
IN WIEN 1895

ALEKO KONSTANTINOV


(1.Januar 1863-23.Mai 1897)

 

 ist einer der beliebtesten bulgarischen Schriftsteller berühmt für seine Reise-Notizen und vor allem für seinen bekannten Roman "Baj Ganjo".
Geboren zu einem wohlhabenden Unternehmer in der Donau Gemeinde Svischtov.
Konstantinov verbrachte den größten Teil seiner Jugend in Russland. Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Odessa und promovierte im Jahre 1885, nach dem
er wieder in Bulgarien (die sich zu einem unabhängigen Staat bis dahin), um die Arbeit auf der Gerichtshof Sofia.
Sein erster Roman "Baj Ganjo , beschreibt eine europäische Geschäftsreise in 1895 durch Westeuropa ein  Hausierer von Rosenöl . Obwohl unverschämt und unbeholfen, die dennoch geniale Baj Ganjo wurde als ein Spiegel für eine Modernisierung Bulgarien.  Zu Beginn des Romans Baj Ganjo gesehen ist hauptsächlich auf den Handel Rosenöl, während am Ende ist er als ein politischer Mensch.  Sein Prototyp ist der Kazanlak Händler Ganjo Somov.
Man könnte den Vergleich wagen und meinen,was für die Tschen der brave Soldat Schwejk isi,ist in ähnlicher Weise  für die Bulgaren Baj Ganjo Balkanski.
 Aleko Konstantinov, ein kosmopolitischer Reisender, war der erste bulgarischer Schriftsteller ,der über seine Besuche in Westeuropa und Amerika schreibt : Weltausstellungen 1889 in Paris 1891 in Prag und 1893 in Chikago. 
Aleko Konstantinov, der als leidenschaftlicher Weltenbummler seinen Bulgaren Wege in alle Himmelsrichtungen wies, der seine Landsleute auf die Schönheit der heimischen Natur verwies und sie als Begründer der bulgarischen „touristischen“ Bewegung auf deren Schutz vergatterte.
Dies ist der Grund, warum zwei der Vitoscha 's Hotels sind nach ihm benannt - "Aleko" und "Shtastliveza" ( "Der
Glücklicher", den Spitznamen gab er zu sich selbst in einem seiner kurzen Geschichten)und auch das Theater der Satire "Aleko Konstantinov" in Sofia.
Aleko Konstantinov war er politisch aktiv und wurde ermordet, von den politischen Gegnern im Mai 1897, kaum 34 Jahre alt. 

 

BAJ GANJO

Mit Baj Ganjo schrieb Aleko Konstantinov  einen wunderbaren und erzkomischen Zyklus von Geschichten um einen bulgarischen Urtyp. Man sagt, Aleko habe seine Baj Ganjo-Stories erst im Kreise seiner Freunde lachgetestet, bevor er sie veröffentlichte. Vermutlich war es nicht so. Der Dichter stand vielmehr dem Intellektuellenzirkel „Vesela Balgarija“ (Fröhliches Bulgarien) vor, deren Mitglieder er je eine Begebenheit mit Baj Ganjo erzählen lässt: Der klassische „Plot“ eines Rundum-Fabulierens: Bulgarische Intellektuelle aus dem späten 19. Jahrhundert geraten auf ihren Reisen in die Gesellschaft des ambulanten Rosenöl-Händlers Baj Ganjo und müssen so einen besonderen Clash of civilisations erleben und überleben. Der in Kleidung, Manieren, Sprache und Gehabe so archetypische Bulgare bricht wie ein Naturereignis in Budapester Opernabende, Wiener Bäder, Dresdener Trauerfeiern, Prager Ausstellungen und weitere Veranstaltungen ein, stellt alles auf den Kopf und wundert sich dann, wie verrückt seine Umgebung aussieht.
Wenn Baj Ganjo vor 120 Jahren nach „Europa“ reiste, dann startete er voller Stolz in einem bulgarischen Zug mit bulgarischer Lokomotive, überzeugt davon, dass „Europa sehen wird, dass Bulgarien nicht schläft“.

 

HOTEL LONDON

"...Wir kamen in WIEN an und stiegen in dem für die Bulgaren traditionellen Hotel London ab.Die Diener nahmen meinen Reisekoffer vom Wagen und wollten auch Baj Ganjos Doppelsack nehmen, aber er ,wer weiß vielleicht aus Zartgefühl gab ihn ihnen nicht...
"Wie soll ich ihn ihnen geben,Bruder,das ist doch Rosenöl von kräftigem Geruch,kein Spaß...Aber siehst du diesen Gurt ?"- Baj Ganjo hob seine weite Weste auf ."Alle Fläschchen werde ich da hineinstecken .Freichlich ein bißchen schwer ist`s, aber sicher !"
Und Baj Ganjo wandte mir den Rücken zu ( die Welt ist groß.Leute gibt`s allerlei Art,wer weiß, was das für ein Bursche ist) und fing an die Fläschchen unter seinen Gurt zu stecken..."

( Aleko Konstantinofs BAJ GANJU,Herausgegeben,übersetzt und erläutert von Prof.Dr.G.Weigand. Leipzig ,Johann Ambrosius Barth 1908 )

Gasthof und Hotel "Zur Stadt London"
auf dem Fleischmarkt, wo der
Schriftsteller P.P. Njego¹ 1847 logierte.

Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der "Weisse Ochs" eines der vornehmsten Gasthäuser Wiens. In einem zeitgenössischen Bericht lobt Jean Charles (Braun von Braunthal) die gastronomischen Betriebe des Stadtzentrums: "Die Gasthäuser von Wien sind nicht so sehr ausgezeichnet durch Localität als durch Promptheit der Bedienung und durch die treffliche Küche. Man iszt nirgends so gut als in Wien."
Um fremden Gästen künftig auch Nächtigungsmöglichkeiten einzuräumen, wurde der "Weisse Ochs" im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts in ein größeres Haus nahe der Hauptmaut (heute Hotel Post) verlegt. Seit 1820 trug der Gasthof (nun am Fleischmarkt Nr. 28) die Bezeichnung "Zur Stadt London". (Vgl. Paul Harrer, Wien - seine Häuser, Menschen und Kultur. Maschingeschriebenes Manuskript, Stadtarchiv Wien, 1954)

 

GRIECHISCHES CAFE

"... Wir gingen am Griechischen Cafe vorüber,bogen ein zum Cafe Mandl ,wo die Bulgaren sich versammeln und wanderten nach dem Stephansdom..."

"Zum weißen Ochsen"  ein Haus auf dem Alten Fleischmarkt der Raaber Viehtreiber und Viehhändler. Das Haus gehörte 1699 dem Franz Carl V. Zollerstein , kais. Kriegskommisar 1730-1784 wurde es zu Zwecken der Hauptmaut (Hauptmautgebäude ) und als Hausgrafenhaus verwendet (der Hausgraf hatte die Wiener Hausleute im Ausland zu schützen). Zur Zeit der Aufhebung des Hausgrafenamtes war in dem Gebäude das "Griechisches
Kaffeehaus" untergebracht ,so benannt nach seinen Gästen.Wegen seiner Ausstattung zählte es zu den lokalen Sehenwürdigkeiten.
1823 übersiedelte das Kaffeehaus in das Haus Fleischmarkt 22 .
1773 erwarb der Hofjuwelier Maria Theresias Franz Edl  von Mack das Haus
"Zum weißen Ochsen" .
1820 wurde darin ein vornehmes Gast-und Einkehrwirtshaus eingerichtet .
1822 die Änderung des Schildes in "Zur Stadt London" genehmigt.
1762 stiegt im Gasthof "Zum weißen Ochsen" Vater Wolfgang Mozart -mit seinen Kindern und Nannerl ab; auch Lessing,Liszt und Wagner zählten zu den Gästen.

 

ZUM GOLDENEN BECHER



"...und wanderten nach dem Stephansdom .Hier auf dem Platze  forderte ich Baj Ganjo auf einen Absteher in eine Konditorei zu machen,da ich nicht voraussetzen konnte ,daß unter Baj Ganjos Haut auch der Charakter eines Don Juan stecken könne.Aber welcher Wunder vollbringt nicht die Zivilisation! Ich muß noch bemerken,daß ich damals in Wien studierte. Ich war in die Ferien gegangen  und kehrte gerade nach Wien zurück,als ich unterwegs Baj Ganjo kennen lernte.In diese Konditorei ging ich oft und war mit der Kassiererin ,einem hübschen ,munteren Mädchen ,sehr gut bekannt,aber sie hielt auf Anstand und gestattete keine Freiheiten.Und nun ,ich gehe also mit Baj Ganjo in die Konditorei ,wir tretten ans Buffet ,das Mädchen heißt mich fröhlich willkommen ,ich antworte ihr mit einigen scherzhaften Liebenswürdigkeiten..."

Die Grundmauern des Hotel Royal stammen noch aus dem 1. Jahrtausend. 1379 wurde das Haus von dem Münzer Oswald Chunter um 80 Pfund gekauft. Um 1566 schien es in den Chroniken als eine Pilgerherberge unter dem Namen „Gasthof zum Roten Apfel“ auf und wurde 1708 von Kaiser Franz Josef I. mit „Kayserlichem Brief und Innsiegel“ ausgezeichnet, wobei die Originalurkunde bis heute erhalten geblieben ist.
1784 soll der damalige Wirt, Josef Merina, die erste Speisekarte Wiens ausgegeben haben – den "Kuchlzettel“. Am 07.10.1817 eröffnete Antonio Salieri in dem Haus die Singschule der „Gesellschaft für Musikfreunde“, S.A. Steiner betrieb dort eine Musikalienhandlung, die Ludwig van Beethoven wöchentlich einige Male besuchte.
1882 erfolgte ein Neubau nach Einsturz des benachbarten Hauses „Zum goldenen Becher“ durch den Architekten A. Wilemann als Hotel, welches im Jahre 1931 von der Familie Kremslehner erworben wurde und nunmehr bereits in der vierten Generation in Familienbesitz ist.
Während des Zweiten Weltkrieges war das Hotel zur selben Zeit wie der Stephansdom bis auf die Grundmauern abgebrannt und wurde in den Jahren 1955-59 wieder aufgebaut und am 20.05.1960 wiedereröffnet.

 

CAFE MENDL

 

"...Ich sitze eines Morgens im Cafe Mendl ,hatte mir Thee bestellt und beginne unsere bulgarischen Zicheitungen zu lesen.Ich hatte mich in einen interessanten artikel vertieft,in dem auseinandergesetzt wurde die Art und Weise ,wie die Verfassung sehr sehr wohl angetastet ,ja sogar aufgelöst werden könne und daß sie doch ganz unangetastet bliebe...
Ich lese so ganz in Anspruch genommen ,als es auf einmal über meinem Ohr erschallt :
- O-o-ho,Guten Tag!
Ich erhebe meine Augen: da steht ein breitschulteriger ,schwartäugiger,schwarzhaariger
Herr mit gedrehtem Schnurrbart ,angezogen im Überzieher,der nicht zugeknöpft ist;unter
der Weste  schaut zwei Spannen breit der rote Gurt heraus ,mit weißem Hemd ,ohne Halsbinde,mit schwarzer,schrägsitzender Pelzmütze mit Stiefeln und einem Vratzaer
Stock unter der Achselhöle.Ein junger Mann von höchstens dreißig Jahren.
"Verzeihen Sie ,mein Herr,"-sagte ich ihm mit bescheidenem Staunen -"ich habe nicht das das Vergnügen Sie zu kennen."
- " Wie,Sie kennen mich nicht,sagen Sie?Aber Sie sind wohl Bulgare?-"Ich bin Bulgare."-"Nun?"-"Nun?"
"Nun, dann auf ! Lassen Sie uns spazieren gehen.Warum wollen Sie hier kleben bleiben?Ich heiße Ganjo Balkanski."
"Verzeihen Sie,Herr Ganjo,ich bin jetzt nicht frei."
- "Aber wie können Sie so im Cafe sitzen,wenn Sie nicht frei sind ?...
Was  blieb mir weiter übrig? Als Landsmann muß ich ihm behilflich sein..."

Mitten in Herzen von Wien in der Nähe des Stephansdomes, sowie Graben und Kärntnerstraße liegt ein Platz der sich "Am Lugeck" nennt, von der Geschichte im Jahr 1275 erwähnt, Lugen (Ausschau halten) vermutlich bot sich vom Eckturm der Festungsmauer ein "Auslug" über das Vorgelände.
Cafe MENDL-in der Rotenturmstraße/Lugeck: vor nur  13 Jahren, bis 1995 war  das urigste Lokal in dem ich je war. Dort gingen nur echte Wiener, aber auch viele Junge hin. Die Besitzerin betreibt es wohl schon seit sie Denken kann. Seit Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrtausends wurde nichts verändert: Gleicher Tafelanschrieb, gleiche Plakate, gleiche Lieder auf dem Wurli, wahrscheinlich auch die gleichen Gäste.
Heute befindet sich dort die Gelateria und Pasticceria -Eissalon Zanoni.

 

IN DER OPER

 

"Ich überredete Baj Ganjo ,einen Gang nach der Oper zu machen und Eintrittskarten für den Abend zu nehmen...
In der Oper gab man die Puppenfee. Wir hatten Parterreplätze inne.Das Theater war voll.Baj ganjos rotbraune Kleider stachen ab gegen dunkle Farbe der übrigen Kostüme.Der Vorhang geht auf.Alle hatten die Augen nach der phantastisch dekorierten Szene gewandt.Ich merkte,daß zu meiner Rechten Baj Ganjo sich bewegt,aufseufzt,aber ich kann die Augen nicht von der Bühne wenden:Die Figuren des Balletts änderten sich fortwährend wie unter der Bewegung eines Zauberstabes..."

Bulgarische Opernsänger an der Wiener Staatsoper

Ljuba Welitsch ( 10.Juli 1913 Borissovo-Bulgarien-1.September 1996 in Wien ;eigentlich Velitschova) : Nach ihrem Studium in Sofia und Wien debütierte Ljuba Welitsch 1936 in Sofia. Es folgten Engagements in Graz (1937–40), Hamburg und München.Von 1946 bis 1964 war sie Mitglied der Wiener Staatsoper. 1949 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York und sang an allen bedeutenden Opernhäusern und bei den Salzburger Festspielen.
Die Titelpartie in Richard Strauss Salome war eine der prägendsten Rollen ihrer Karriere. 1940 sang sie die Partie zum 80. Geburtstag des Komponisten unter dessen Leitung. Als Salome debütierte sie auch 1947 am Covent Garden in London  und 1949 an der New Yorker Met. Eine der ersten Vorstellungen wurde übertragen und setzt bis heute Maßstäber in der Interpretation dieser Rolle. Weitere bekannte Rollen waren u.a. Tatjana in Eugen Onegin,Tosca, Donna Anna in  Don Giovanni, Musetta in La Boheme.
Nachdem sie zunehmend Probleme mit ihrer Stimme bekam, sang sie vermehrt in Operettenproduktionen und startete ihre zweite Karriere als Komikerin beim Film.
Sie starb 1996 in Wien. Ihr Grab befindet sich auf dem dortigen Zentralfriedhof.


Der Tenor, Todor Mazaroff, geboren in Pavel Banja am 2. Januar 1907. Nach Lehrtätigkeit an einer Volksschule für zwei Jahre begann er seine Karriere mit der National Opera Sofia. Sein Debüt gab es im Jahre 1935 in einer Produktion von Prince Igor. In 1937 Mazaroff gewann einen Gesangswettbewerb in Wien und Bruno Walter so beeindruckt, dass er sofort mit einem Vertrag mit der Wiener Staatsoper. His debut was on September 9, 1937 as Radames. Sein Debüt war am 9 September 1937 als Radames. Da sprach er nur auf Bulgarisch die Zeit, seinen ersten Rollen gab es in der bulgarischen gesungen, während der Rest der Besetzung sang in deutscher Sprache. Er blieb dort bis 1953 aktiv.
Internationale Auftritte führten ihn nach La Scala, La Fenice, Prag, Moskau, Paris, Buenos Aires, etc. Seine Auftritte in den Vereinigten Staaten enthalten Chicago, New York und San Francisco. Während der Unterricht am Konservatorium in Wien zwischen 1962 und 1964 zu seiner Pensionierung im Jahr 1963 auch Singen.  Er gab seinen Abschied Tour in Bulgarien im Jahre 1968.
Wichtige Rollen in seiner Karriere auch Don Jose, Otello, Radames, Arnoldo, Canio, Manrico, Andrea Chenier, Turrido und Turandot in der Calif. Todor Mazaroff starb in Wien am 19. September 1975

Der 1929 geborene bulgarische Opernstar Kammersänger Nicolai Ghiaurov, Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, ist in der Nacht von Dienstag, 1. Juni auf Mittwoch, 2. Juni 2004 im 75. Lebensjahr in Modena verstorben. Ghiaurov galt über viele Jahre als weltweit führender Interpret seines Faches, insbesondere als Boris Godunow und als Philipp in Don Carlo.
An der Wiener Staatsoper debütierte er im Oktober 1957 als Ramfis in Aida.Er sang hier 13 Partien an über 200 Abenden. Dazu zählen Philipp in Don Carlo, Fiesco in Simon Boccanegra, Iwan Chowanski in Chowanschtschina, Gremin in Eugen Onegin, sowie die Titelpartien in Boris Godunow, Don Giovanni und Attila. Zuletzt war Nicolai Ghiaurov im Mai 1999 als Philipp im Haus am Ring zu erleben.

 Nelly Boschkova wurde in Dobritsch, Bulgarien, geboren. Ihre musikalische Ausbildung (Klavier und Gesang) erhielt sie in Varna. Sie war Preisträgerin mehrerer Gesangswettbewerbe, u. a. Maria - Callas - Wettbewerb 1974, Tschaikowski – Wettbewerb in Moskau 1978. Noch als Studentin nahm sie 1975 als Fjodor in BORIS GODUNOW an einem Gastspiel der Oper Sofia an der Wiener Staatsoper teil. An der Oper Sofia, wo sie ihr erstes Engagement hatte, sang sie u. a. Olga in EUGEN ONEGIN, Marina in BORIS GODUNOW, Siebel in FAUST und CARMEN. 1980 – 1983 war sie an der Komischen Oper Berlin engagiert. Ihre Gastspieltätigkeit führte sie nach Bregenz, Barcelona, Moskau, Prag, Amsterdam, Tokio und Wien, wo sie 1986 für die Premiere DER MANTEL / GIANNI SCHICCHI an die Volksoper engagiert wurde. Seit 1991 ist sie Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie als 3. Dame in DIE ZAUBERFLÖTE debütierte. Im Juni 1998 wurde sie zur Österreichischen Kammersängerin ernannt.
Nelly Boschkova verstarb am 26. Februar 2004, 55-jährig in Wien.

Krassimira Stoyanova

1998 debütierte sie als Micaëla ("Carmen") an der Wiener Staatsoper, der sie als Ensemblemitglied vier Jahre lang angehörte. Seitdem blieb die Künstlerin dem Haus am Ring eng verbunden und sang dort u. a. in den Inszenierungen von "La Juive" (Rachel), "Le nozze di Figaro" (Gräfin), "Les contes d'Hoffmann" (Antonia), "Turandot" (Liù), "I Pagliacci" (Nedda), "La bohème" (Mimì), "Le Villi" (Anna) und "Otello" (Desdemona).
 
Nadia Krasteva stammt aus Sofia. Ihre Gesangsausbildung begann an der Musikhochschule "L. Pipkov". Im folgenden Jahr wechselte sie an die Staatliche Musikakademie "P. Vladigerov", an der sie im Jahr 2000 ihren Abschluss erwarb. Schon während ihrer Kindheit war sie Mitglied des Bulgarischen Nationalen Kinderchors, in dem ihr bereits solistische Aufgaben übertragen wurden. Ihr Bühnendebüt gab sie 1999 als Sally Bowles in John Kanders Musical Cabaret am Nationalen Musiktheater "Stefan Makedonski" in Sofia. Weitere Engagements führten sie an die Staatsoper von Stara Zagora, wo sie als Maddalena (Rigoletto) und Fenena (Nabucco) sowie als Carmen zu hören war, die sie auch an der Staatsoper Bourgas sang.
Als Fenena debütierte sie im Oktober 2002 an der Wiener Staatsoper. Es folgten u. a. Ulrica (Un ballo in maschera), Emilia (Otello), Meg Page (Falstaff), Adalgisa (Norma), Maddalena (Rigoletto), Léonor (La Favorite), die Blaue Fee in der Kinderoper Pinocchio, Giulietta (Les Contes d‘Hoffmann), Eboli (Don Carlos), Suzuki (Madama Butterfly), Marina Mnischek (Boris Godunow) und Carmen. In der aktuellen Saison wird sie u. a. die Carmen, Polina / Daphnis Premierenproduktion Pique Dame), Ulrica, Grimgerde (Premierenproduktion Die Walküre), Preziosilla (Premierenproduktion La forza del destino) sowie Eboli singen.

 

IM SOFIENBAD

Wir erreichten das Bad,nehmen Eintrittskarten an der Kasse und begaben uns in den allgemeinen Baderaum. Ringsherum geht ein Gang mit Zellen zum Auskleiden ,bedeckt mit Vorhängen.In der Mitte ist ein Bassin ,das vom Gange durch ein niedriges Holzgeleänder getrennt ist. Ins Bassin steigt man auf einigen Treppen. Ich und Baj Ganjo hatten zwei benachbarte Zellen inne. Ich zog mich schnell aus und ging in das kalte Bassin. Baj Ganjo verweilte sehr lange,und unter dem Vorhang seiner zelle hört man Seufzen und irgendwelche gläserne Gegenstände, aneinander klappern; schließlich wird der Vorhang  weggezogen und er erscheint in ntura,mit haariger Brust und mit von den Strümpfen abgefärbten beinen -indem er in der Hand ein Päckchen trug : seine kostbaren Fläschchen, die in ein Tuch gebunden waren ,da er sich fürchtete sie in der Zelle zu lassen.So legt er sein Päckchen mit den Fläschchen unentschlossen vor den Eingang seiner Zelle,um sie während des Bades vor Augen zu haben...
...-"Schau her...Hopp!"-und er stürzte in die Luft,krümmte seine beine wie einen Knoten und pardanz!mitten ins Bassin und anfingt "nach Matrossenart" zu schwimmen...Das ganze Bassin geriet in Wallung,als wenn wir unter einem Wasserfall wären."-Warte,nun werde ich ihnen zeigen,was man das "Dampfschiff" nennt. Er legt sich auf den Rücken und beginnt mit seinen Füßen solch unbarmherzige Schläge auf die Oberfläche des aufschäumenden Wasser auszuteilen ,daß die Spritzen bis an die decke flogen..."_Tupa-lupa,tupa-lupa-fjuu-"-und Baj Ganjo pfift mit dem Munde.
...Ging er eilig hinaus nach der Treppe,schaute sie hochmütig an,klopfte auf die brust und rief triumphierend aus: "-Bulgar! Bulgar!".Der stolze Ton,in dem diese Vorstellung ausgesprochen wurde ,sagte viel:dieser Ton wollte ausdrücken:Seht ihn da,beschaut ihn nur,den Bulgaren. Das ist er ,so ist er! Vom Hörensagen kennt ihr nur den Helden von Slivnitza,den genius des Balkans! Jetzt seht ihr ihn vor euch,ganz und gar ,von Kopf zu Fuß,-in Natura!..."

Das Gebäude wurde im Jahr 1826, entworfen von dem Architekten August Sicard und Eduard  van der Nüll.  Es wurde benannt nach Prinzessin Sophie von Bayern,die Mutter von Kaiser Franz Josef !Es wurde ursprünglich als ein Dampfbad und bekannt als das Sofienbad.   Zwischen 1845 und 1849 war es zu einem Tanzsaal und umbenannt Sofiensaal.
Das Gebäude ist groß, gewölbter Decke, und der Pool unter dem Fußboden, die Halle hat ausgezeichnete akustische Eigenschaften. Aus diesem Grund, Decca Records nahm das Gebäude als seinen wichtigsten europäischen Aufnahme von klassischer Musik,vor allem Opern, Austragungsort von 1956 bis in die Mitte der 1980er-Jahre.
Im Mai 2001 wurde das Gebäude der Eigentümer angekündigt, dass sie benutzt werden würde, wie ein Kongress-Zentrum.
Es wurde jedoch durch einen Brand zerstört am 16. August 2001, durch sorglosen Routine Wartungsarbeiten.
Das Feuer brannte nach mehr als acht Stunden komplett zerstört und die wichtigsten Ballsaal, obwohl die Fassade und Wände des Gebäudes überlebt.
Einige der dekorativen Stuckarbeiten an den Wänden überstand das Feuer, wie die angrenzenden Blauer Salon, einem kleinen Ort auf dieser Seite. Es wurden keine Todesfälle oder Verletzungen.
Im Januar 2006 wurde angekündigt, dass die Sofiensaal wird saniert und in Wohnungen umgewandelt.

 

SCHÖNBRUNN

 

"...Ich brachte Baj Ganjo ins Kontor zu einem bulgarischen Kaufmann und ließ ihn dort ,ich selbst stieg auf die Tramway und fuhr nach Schönbrun. Ich stieg hinauf auf die Kuppel,beschaute mir Wien und die Umgebung,wanderte durch die Alleen,durch den zoologischen Garten, betrachtete die Affen eine ganze Stunde und gegen Abend kehrte ich ins Hotel zurück.Baj ganjo war auf seinem Zimmer...
"Möchtest du nicht ausgehen,Baj ganjo,um dir Wien ein wenig anzusehen?"
"Was soll ich in Wien sehen,eine Stadt ist wie die andere : Leute,Häuser, allerlei
Luxus .Und wohin man kommt,heißt`s immer: Gut Morgin,immer wollen sie Geld haben.Warum sollen wir unser gutes Geld geben ,das können wir selber verzehren..."

Das Schloss Schönbrunn ist eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreihs und seit den 1960er Jahren eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Wiens. Es liegt westlich der Wiener Innenstadt im Bezirk Hietzing.
Sein Name geht auf einen Kaiser Matthias zugeschriebenen Ausspruch zurück, der hier auf der Jagd einen artesischen Brunnen „entdeckt“ und ausgerufen haben soll : Welch' schöner Brunn“. Aus diesem Brunnen wurde bis zum Bau der Hochquellwasserleitung auch Trinkwasser für den Hof gezapft.
Eine Hauptattraktion im Schlosspark ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn.
Der Tiergarten Schönbrunn im Park des Schlosses Schönbrunn in Wien wurde 1752 von den Habsburgern gegründet und ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Dank zahlreicher Innovationen, Erneuerungen und Erweiterungen zählt er seit Ende des 20. Jahrhunderts zu den modernsten und beliebtesten weltweit. Direktorin des Tiergartens ist seit Jänner 2007 die Zoologin Dagmar Schratter.
1996 wurden das Schloss und seine Gärten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

DAS DENKMAL MARIA THERESIA

 

"...Unterwegs, wenn wir auf etwas Bemerkenswertes stießen ,hielt ich es immer für nötig es dem Baj Ganjo zu zeigen und zu erklären.Ich erzähle ihm z.B.etwas über
das Denkmal Maria Theresias auf dem Platze zwischen den Museen,aber er zupfte mich am Ärmel: "Da schau die dort mi dem blauen Kleide! Wie gefällt dir die ? -sage mir nur,wie erkennt ihr die,wer so eine ist wer nicht? ich habe mich schon oft darin geirrt?" -und Baj ganjo ergänzt seine Frage durch ein diabolisches Augenzwinkern..." 

Nach 13jähriger Bauzeit wurde das Denkmal von Kaspar von Zumbusch auf einem Sockel Karl von Hasenauer im Jahr 1888 fertiggestellt.
Im Mittelpunkt befindet sich die auf einem hohen Sockel thronende überlebensgroße Figur der Kaiserin, die das Zepter und die Pragmatische Sanktion in ihrer Linken hält. Um sie herum sind die Allegorien der Kraft, Weisheit, Gerechtigkeit und Milde angeordnet.
Kaiserin Maria Theresia kümmerte sich um alles, selbst um Nebensächlichkeiten - ein voller Terminkalender, jeden Tag. Und das 40 Jahre lang. Sie schrieb unzählige Briefe, kümmerte sich um die Staatsgeschäfte genauso wie um ihre 16 Kinder und gesellschaftliche Verpflichtungen. Sie liebte Bälle, nahm selbst an Reittournieren teil, besuchte Volks- und Schützenfeste und spielte gerne um hohe Beträge. Sie war eine tief religiöse und fromme Frau. Dem bedingungslosen Bekenntnis zu kirchlichen und sittlichen Geboten entsprangen manche widersprüchliche Entscheidungen, war sie doch in vielen Bereichen aufgeschlossen für Fortschritt und Neuerungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.
1736 heiratete sie Kaiser Franz Stephan v. Lothringen, kurz: Franz I. - eine Liebesheirat.
Wirklich erfolgreiche war sie im Bereich der Wissenschaft, besonders der Industrie galt ihr Interesse. Sie befürwortete Gewerbefreiheit, Fabriksgründer erhielten Privilegien. Produktion und Handel boomten in allen Bereichen. Verkehrswege wurden ausgebaut. Importbeschränkungen und Ausfuhrförderung waren ergänzende Maßnahmen.
Schließlich ihre wichtigste Reform: die Bildung. Angefangen bei der Universität bis hin zu den Grundschulen, sowohl im Niveau als auch bezüglich der räumlichen Gegebeneheiten. Die allgemeine Schulpflicht wurde eingeführt, Musterschulen errichtet, Lehrer ausgebildet, Schulbücher herausgegeben.
Im Leben Maria Theresias war das Jahr 1765 Schicksalsjahr und Wendepunkt. Völlig unerwartet starb ihr geliebter Mann in Innsbruck auf dem Weg vom Theater zur Hofburg. Der ungeheure Schmerz verwandelte sie völlig. Sie schnitt sich ihre Haare ab, legte schwarze Witwentracht an, verschenkte ihre Diamanten, besuchte nie wieder ein Theater und ließ ihre Gemächer grau tapezieren. Ihre Arbeit verrichtete sie jedoch nach wie vor gewissenhaft - nur um einiges langsamer, entschlußloser und konservativer.
Joseph II. wurde Mitregent - keine glückliche Entscheidung. Ihre Ansichten waren zu verschieden.
Sie war erst 63 Jahre alt. Korpulenz und Atemnot plagten sie. Sie konnte nur mehr schwer gehen. Ihr Lungenemphysem verschlechterte sich. Medikamente lehte sie ab.
Kurz nachdem sie ihr Sohn zu Bett begleitet hat, starb sie am 29. November 1780.